Ausstellung
Eintauchen in einen Raum, in dem sich Geschichte, Kunst und Technologie überlagern.
Im historischen Badehaus der Beelitzer Heilstätte, wo einst Sonnenlicht Teil der medizinischen Therapie war, wird Licht heute zum künstlerischen Material. Nach Jahrzehnten des Leerstands, in denen der Putz von den Wänden fiel und die Natur sich das Gebäude zurückeroberte, greifen nun Projektionen, Klang und digitale Technologien in die historische Architektur ein. Aus dem Lost Place wird ein Art Space.
Die immersiven und interaktiven Arbeiten bewegen sich zwischen physischem und digitalem Raum, Natur und Technologie, Realität und Imagination. Licht wird gebrochen, Wasser zur Linse, eine Wurzel zum Organismus, Architektur zum Traum und der eigene Körper Teil eines Gravitationsfeldes. Digitale Kunst verlässt den Bildschirm und wird räumlich erfahrbar.
Dabei verändert sich nicht nur der Raum, sondern auch die eigene Wahrnehmung. Dein Blick, deine Bewegung und deine Präsenz werden selbst Teil des Geschehens. Was ist real, was digital? Wo endet Natur und wo beginnt Technologie?
LAGEPLAN ERDGESCHOSS
LAGEPLAN OBERGESCHOSS
DIOPTRICON
Licht breitet sich unserer Wahrnehmung nach meist strahlenförmig von einer Quelle aus. Was wäre, wenn Lichtstrahlen stattdessen parallel zueinander im Raum verlaufen würden? Aus Lichtquellen, Linsen und Nebel entsteht eine Konstruktion, die sich je nach Perspektive verändert: Licht wird zum Volumen, tritt in Beziehung zum Körper und öffnet sich in scheinbare Unendlichkeit.


FIRMAMENT
Xenorama
Im historischen Kuppelsaal verwischt eine ortsspezifische Projektion die Grenze zwischen Realität und Imagination. In atmosphärischen Sequenzen erzählt sie abstrakt die Geschichte des Ortes: von seinen Anfängen, als Licht und Wasser Teil der Therapie waren, über den Zerfall bis zur Rückeroberung des Ortes durch die Natur. Schließlich bricht die Decke auf und gibt den Blick frei auf einen kosmischen Zwischenraum, in dem Licht, Klang und Architektur mit Technologie und Geometrie verschmelzen.
LIQUID LENS
Eine Wasseroberfläche wird zur „flüssigen Linse“, die das Licht dreier sich im Raum ausbreitender Lichtquellen bricht. Indem die Oberfläche zur Flüssiglinse wird, verwandelt sich Licht in eine Schwingung zwischen Licht und Schatten, in eine Welle aus An- und Abwesenheit von Photonen sowie in ein Wechselspiel von Licht, Farbe, Klang und Rhythmus. Dabei verweist die Installation auf zwei Urquellen des Lebens: Licht und Wasser.


RADIX – ORGANISM/APPARATUS
Eine hölzerne Wurzel wird durch Projektion und Klang zum Leben erweckt: teils Organismus, teils Apparat. In ewig wiederkehrender Metamorphose wandelt sich die Skulptur von ihrer natürlichen Gestalt zum technischen Objekt – beide Zustände ringen miteinander um die Vorherrschaft. Die Arbeit untersucht die scheinbare Gegensätzlichkeit von organischer Form und digitaler Ästhetik sowie ihre zugrunde liegenden Verbindungen und Abhängigkeiten.
DIGITAL MIRROR
Xenorama
Ein digitaler Spiegel wird zum künstlerischen Medium: Du trittst deinem digitalen Selbst gegenüber und interagierst mit ihm. Die Installation erkundet dabei die Kontraste zwischen realem und digitalem Raum, zwischen Privatsphäre und Identifizierbarkeit, zwischen Inklusion und Ausgrenzung sowie zwischen Selbstwahrnehmung und Selbstdarstellung. Wer blickt hier eigentlich wen an: der Mensch sein Abbild oder das Abbild den Menschen?


VORTEX LUCIS
Die interaktive Licht- und Klangskulptur untersucht Phänomene des Lichts im Umfeld schwarzer Löcher. Deren Gravitation ist so stark, dass ihr weder Materie noch Licht entkommen kann. Du wirst selbst Teil der Installation: Deine Präsenz und Bewegung im Raum erzeugen Licht und Klang, die vom Strudel in der Mitte angezogen werden. So erzeugt deine Präsenz im Raum visuelle und akustische Signale – eine audiovisuelle Simulation des Gravitationsfeldes.
SINUS PLUS MINUS
Ein digitaler Spiegel wird zum künstlerischen Medium: Du trittst deinem digitalen Selbst gegenüber und interagierst mit ihm. Die Installation erkundet dabei die Kontraste zwischen realem und digitalem Raum, zwischen Privatsphäre und Identifizierbarkeit, zwischen Inklusion und Ausgrenzung sowie zwischen Selbstwahrnehmung und Selbstdarstellung. Wer blickt hier eigentlich wen an: der Mensch sein Abbild oder das Abbild den Menschen?


IMAGINATOR
In der Installation erkundest du das Unterbewusstsein einer „Künstlichen Intelligenz“. Durch ein Eye-Tracking–System entstehen dort, wohin du blickst, dynamisch mäandernde und sich überlagernde Bildkompositionen. Diese können durch die Kombination verschiedener Traum-Archetypen verändert oder um eigene Einflüsse ergänzt werden. Dadurch offenbart sich ein assoziativer Einblick in die zugrunde liegenden Trainings- und Bilddaten der KI, die auf dem Internet als digitalem Unterbewusstsein unserer Gesellschaft basieren.
LUMINOUS OBJECTS
Die Objekt-Reihe erforscht das ästhetische Potenzial lichtemittierender Oberflächen an der Schnittstelle von Bild und Skulptur. Sie spielt mit den Eigenschaften von Licht, Körpern und Kanten. Eine objektspezifische Klangatmosphäre ergänzt die Kompositionen und erzeugt ein Wechselspiel zwischen virtuellen und physischen Eigenschaften. So entstehen Irritationen, die unsere Wahrnehmung von Materialität und Raum herausfordern.


DREAMING ARCHITECTURE
Xenorama
Was wäre, wenn Architektur aus einem Traum entstehen könnte? Angelehnt an reale Abläufe aus der Schlafforschung, durchläuft der Raum mehrere Phasen des Träumens. Losgelöst von physikalischen, logischen und materiellen Grenzen überschreitet die immersive 360°-Raumprojektion das Mögliche, entwickelt surreale Manifestationen und wagt einen Blick in die Zukunft. Vor dem inneren Auge entsteht der ideale Raum – und stellt zugleich sein tatsächliches Erscheinungsbild infrage.